Der  Märchenwald





Von Wünschendorf kann man eine ganze Reihe lohnenswerte Ausflüge und Wanderungen starten. Nur eine kurze Strecke Weiße Elster aufwärts erreicht man zu Fuß oder von der Gondelstation aus per Boot, vorbei an 50 Millionen Jahren alten geologischen Aufschlüssen, den Märchenwald im Grund des Kamnitzbaches.
Der Kamnitzgrund ist ein romantisches Tal zwischen Hüttchenberg und Geyerstein und schon seit vielen Jahren ein beliebtes Wanderziel.

Die landschaftlich schöne und reizvolle Umgebung der Märchenspiele ist ein Anziehungspunkt für Jung und Alt.

Das Wasser des Kamnitzbaches bewegt die winzigen Gestalten aus der Märchen- und Sagenwelt. Die ältesten Modelle sind fast 80 Jahre alt. Der Wünschendorfer Mühlenbesitzer Herbert Schulze hatte 1927 die Idee dazu und gab die ersten zwei Wasserspiele in Auftrag - eine Goldschmiede und das Märchenhaus, das die Geschichte vom Rotkäppchen erzählt.






Die Kraft des Wassers erweckt seit nunmehr 80 Jahren unzählige kleine Figuren zum Leben.
Mit Hilfe von Wasser- und Zahnrädern wird die Kraft des Bächleins übertragen.
Mit den Wasserspielen wollte Herbert Schulze Touristen ins landschaftlich schöne Wünschendorf locken und so ist es bis heute geblieben. Die Tradition hat zunächst sein Sohn Edgar weitergeführt. Er hat einige der Wasserspiele selbst gebaut. Zum Beispiel die Mühle, gleich am Anfang des Märchenwaldes. Das Besondere: In der Mühle spielt ein kleines Xylophon Musik und auch das wird natürlich vom Wasser angetrieben.
Als Vorlage für die Spiele dienten vor allem alte Gewerke, die in Wünschendorf ansässig waren. Aber auch die in der heimatlichen Sagenwelt zu findenden Zwerge fanden Aufnahme im Grund der Kamnitz.
Immer wieder kamen neue Modelle hinzu. Vom Zinngräber über Hänsel und Gretel bis zu Schneewittchen und die sieben ZWerge kann der Besucher ab 2011 insgesamt 18 Spiele bewundern Und das trotz Rückschlägen: 1972 wurden die Mühlenbesitzer Schulze enteignet und von da an kümmerten sich verschiedene DDR-Betriebe in der Umgebung um die Spiele.






Zudem kommt es vor, dass Figuren gestohlen oder vom Hochwasser weggespült werden. 1974 war fast der ganze Märchenwald zerstört und musste wieder aufgebaut werden. Doch man ließ sich nicht entmutigen. Seit 1990 kümmert sich die Gemeinde Wünschendorf um den Märchenwald. Die Spiele und Figuren werden vor allem im Winterhalbjahr von fleißigen Helfern liebevoll restauriert. Alljährlich zu Ostern bis zum letzten Wochenende im Oktober kann jeder, der mag, den Märchenwald besuchen.
Gemäß alter Tradition gibt es keine Eintrittsgelder. Die Zwerge des Märchenwaldes freuen sich aber riesig über eine kleine oder auch größere Spende, welche in den Zwergenkassen, am Anfang und Ende des Weges, hinterlegt werden kann.
Den Märchenwald erreichen Sie zu Fuß oder auch per Boot. Im Ort ist der Weg sowohl zum Märchenwald als auch zur Gondelstation im Ortsteil Cronschwitz ausgeschildert. Parkplätze sind im Ort und vor der zur Gondelstation gehörenden Gaststätte vorhanden.






Einmal im Märchenwald angekommen, ist es, verträumten Wanderwegen folgend, auch nicht weit zum Geyerstein, dem Hirschsprung oder dem kleinen Stausee in Albersdorf.
In der Nähe Großdraxdorfs liegen die Teufelskanzel - eine Schieferklippe - und der sagenumwobene Weiberstein.
 
Neben dem Märchenwald lohnt sich die Besichtigung der beiden ehemaligen Klosteranlagen, der über 1000-jährigen Pfarrkiche St. Veit oder der 220-jährigen überdachten Holzbrücke. Auch ausgedehnte Wanderungen durch das mittlere Elstertal mit seinen romantischen Bergen, Wäldern und Wegen versprechen ein unvergessliches Erlebnis.







Sie sind herzlich eingeladen !!!
Bilder: (c) Dr. Jürgen Zehe


Neues Märchenspiel für den Wünschendorfer Märchenwald

Innova Privatakademie und Agentur für Arbeit unterstützen Märchenwald  Wünschendorf

Am 8. Oktober 2010 zogen sieben Zwerge und Schneewittchen in den Wünschendorfer Märchenwald ein. 

Das neue Märchenspiel ist ein Geschenk der Agentur für Arbeit Altenburg und der Innova Privatakademie GmbH. Den Kontakt nach Wünschendorf stellte ein Mitarbeiter der Arbeitsagentur Altenburg her, der in Ronneburg lebt und regelmäßig den Märchenwald besucht.

Zum ersten Mal bekommt der Märchenwald ein Spiel geschenkt.

Entstanden ist das Wasserspiel in einem Trainings- und Erprobungscenter. Sieben Männer und zwei Frauen bauten innerhalb von fünf Wochen aus Fichten- und Kiefernholz und anderen Materialien eine Märchenlandschaft und legten dabei viel Wert auf kleinste Details. Das Märchenspiel wird, wie alle anderen schon vorhandenen Spiele, durch die Wasserkraft des Kamnitzbaches angetrieben.

Die Teilnehmer arbeiteten mit hohem Engagement und viel Freude an diesem Projekt. Innova-Geschäftsführer Nikolaus Dorsch war begeistert von den Fertigkeiten und dem Engagement der Teilnehmer des Kurses.

Aufgestellt wird das neue Wasserspiel aber erst im Frühling 2011, da noch einige Vorbereitungsarbeiten, wie Betonsockel bauen, Wasserrinne anbringen und Wasserrad herstellen, notwendig sind.